Aufwand schlecht belohnt

Bazenheid kann das Bollwerk Herisau nicht knacken und verliert Andrin Holenstein durch einen fragwürdigen Platzverweis. Das Spiel war ein Vorgeschmack auf das, was die Alttoggenburger in dieser Saison erwartet.

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Beat Lanzendorfer

Fussball. Es ist bezeichnend, wenn sich das Heimteam nach dem Abpfiff über den Punktgewinn freut. Aufgrund des Gesehenen liegt die Vermutung nahe, dass Herisau von Anfang an mit lediglich einem Punkt spekuliert hat. Der Gastgeber konzentrierte sich ganz auf seine Defensive, überliess Bazenheid das Spieldiktat und suchte sein Heil in Kontern.

Fragwürdiger Ausschluss

Es war offensichtlich und verstärkte sich mit Fortdauer des Spiels sogar noch: Der Unparteiische zog einen schwarzen Tag ein und entschied in strittigen Szenen gegen den Favoriten aus dem Toggenburg. So übersah er zwei Handspiele im Sechzehner grosszügig und liess weiterspielen. Was ihn dann bewegte, nach einem Allerweltsfoul von Holenstein die rote Karte zu zücken, bleibt sein Geheimnis. Letztlich muss sich Bazenheid allerdings auch den Vorwurf gefallen lassen, wenigstens eine der zahlreichen Chancen nicht genutzt zu haben. Verärgert zeigte sich auch Heris Stefanachi, Trainer der Bazenheider: „Der Schiedsrichter war komplett überfordert, wir bekommen für eine rote Karte, die nie und nimmer eine war, Strafpunkte, die uns am Ende wieder den Aufstieg kosten könnten. Es spricht aber für meine Mannschaft, dass sie sich über den Punktverlust geärgert hat, wir waren nämlich hierher gekommen, um zu gewinnen.“ Er zeigte sich aber auch selbstkritisch: „Natürlich müssen wir uns auch an der eigenen Nase nehmen, vor allem in der ersten Halbzeit gingen drei, vier Spieler nicht an ihre Leistungsgrenze.“

Ledergerber trifft Pfosten

Die Gäste waren gewillt, früh ein Tor vorzulegen. Die Herisauer Defensive stand aber sicher und liess lange keine Chancen zu. Pech für Ledergerber, der nur den Pfosten traf. Auf der Gegenseite prüfte Looser Bernet aus der Entfernung. Bazenheid zog in den Minuten nach dem Seitenwechsel eine Schwächephase ein, was es Herisau erlaubte, mehrmals gefährlich vor Bernet aufzutauchen. Spätestens nach einer Stunde – und der gelb/roten Karte für Samuel Looser - fiel das Pendel wieder auf die andere Seite. Die Alttoggenburger schnürten die Fabinho-Elf richtiggehend in deren Platzhälfte ein, trotz Grosschancen blieb es aber beim 0:0. Entweder war an Pfosten oder Latte Endstation, oder dann stand Torhüter Gysi goldrichtig. Die Endphase war hektisch und hitzig und einmal mehr bewahrheitete sich: Herisau bleibt für Bazenheid ein unangenehmer Gegner, gegen den man sich schon in der Vergangenheit äusserst schwer tat.

Matchtelegramm

FC Herisau – FC Bazenheid 0:0 – Sportplatz Ebnet – 200 Zuschauer – SR Elser.

FC Herisau: Gysi; Höhener, Tasdelen, Grillo, S. Looser; R. Schoch (81. Wieland), Follador (74. Grillo), D. Looser, Hadjadj; Cengiz (88. Bianculli), Nesci.

FC Bazenheid: Bernet; Früh, Läng, Baumann, Gebert; Luis (89. Negro), Mlinaric (73. Musliji), Stadler; Ledergerber, Maksuti, Schefer (60. Holenstein).

Verwarnungen: 20. S. Looser (Foul), 25. Früh (Foul), 39. Höhener (Reklamieren), 59. Gelb/Rot S. Looser (Foul), 66. Gysi (Spielverzögerung), 70. Mlinaric (Reklamieren), 83. Rote Karte Holenstein (Foul), 90. Bianculli (Foul).

Bemerkung: Bazenheid ohne Schrepfer, Düring und Dölger (alle verletzt), Gregorin (Ausland).