Ich Wechselbad der Gefühle

Bazenheid gewinnt gegen Tägerwilen trotz eines 0:2-Rückstandes zur Pause mit 3:2. Drei Tore in der Schlussviertelstunde durch Stadler, Gregorin und Musliji bringen die Wende.

Tägerwilen 9515

 

Beat Lanzendorfer

Fussball. Als Musliji nach einem Corner von Stadler den Ball in der 91. Minute über die Linie spedierte, gab es kein Zurückhalten mehr. Die Freude war riesig, der Druck davor noch grösser, mit einer Niederlage oder bereits einem Unentschieden drohte fünf Runden vor Schluss der Verlust der Tabellenführung. Entsprechend die Erleichterung nach diesem Kraftakt. Bazenheid war ein Spiel gelungen, das Nerven gekostet hat, aber auch in Erinnerung bleibt.

Charakter gezeigt

«Ich habe meinen Spielern in der Pause gesagt, dass sie wenig falsch gemacht haben. Wir haben sehr gut gespielt, lagen aber 0:2 hinten. Einzig die Chancenauswertung liess zu wünschen übrig. Heute aber hat man gesehen, was für Typen in meiner Mannschaft stecken. Sie haben immer an den Sieg geglaubt und Charakter bewiesen. Diese tolle Leistung macht mich stolz», meinte ein sichtlich bewegter Heris Stefenachi, Trainer der Bazenheider, kurz nach Spielschluss. Die Einheimischen übernahmen vom Anpfiff weg das Spieldiktat und liessen dem Tabellendritten kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Ein Schuss von Schefer sowie ein Kopfball von Maksuti waren Zeichen, dass der Gastgeber ein schnelles Tor anvisierte. Es sollte anders kommen: Arganese und Milic schlossen zwei mustergültig vorgetragene Konter eiskalt ab. Nach einer halben Stunde lag Tägerwilen entgegen des Spielverlaufs 2:0 vorne. Hätte Torhüter Bernet kurz vor der Pause nicht in extremis gegen Milic abgewehrt, die Partie wäre wohl frühzeitig entschieden gewesen. Auf der Gegenseite scheiterten Dölger, Maksuti und Gregorin vor dem gegnerischen Tor mit ihren Abschlussversuchen.

Wechsel bringen Wende

Den Startschuss zur Aufholjagd feuerte Schrepfer nach fünfzig Minuten ab – der Ball strich knapp über die Latte. Dann hatte Trainer Stefanachi eine glänzende Eingebung und brachte nach einer Stunde Holenstein und Musliji. Ersterer war in der Folge nicht zu halten, spielte seine Gegenspieler schwindlig und machte den Unterschied aus. Das 1:2 legte er mit viel Übersicht Stadler auf, dann wurde er im Strafraum gefällt. Den verhängten Elfmeter verwandelte Gregorin abgeklärt zum 2:2. Es blieben sieben Minuten, in denen die Einheimischen vehement den Sieg anstrebten. Der Rest ist bekannt, es kam die oben beschriebene 91. Minute. Trotz Sieg müssen sich die Alttoggenburger den leisen Vorwurf gefallen lassen, die Chancen zu fahrlässig ausgelassen zu haben. Dölger, Maksuti und Stadler hätten die Wende schon viel früher herbeiführen können, scheiterten aber an Schlussmann Meier, der die Bazenheider mit seinen Paraden zur Verzweiflung trieb.

Matchtelegramm

FC Bazenheid – FC Tägerwilen 3:2 (0:2) – Sportplatz Ifang - 220 Zuschauer – SR Ibraimi – Tore: 22. Arganese 0:1, 29. Milic 0:2, 76. Stadler 1:2, 83. Gregorin 2:2 (Foulpenalty), 91. Musliji 3:2.

FC Bazenheid: Bernet; Dölger, De Martin, Baumann, Cakir; Schrepfer, Gregorin, Stadler; Luis (62. Holenstein), Maksuti (93. Beluli), Schefer (62. Musliji).

FC Tägerwilen: Meier; Affentranger, Mihaylov, Mangold, Kühne; Arganese (74. De Santos), Kasseckert, Wehrle, Idrizi; Miljic, Santabarbara.

Verwarnungen: 39. Arganese, 58. Wehrle, 60. De Martin (alle Foul), 71. Miljic (Unsportlichkeit).

Bemerkung: Bazenheid ohne Gebert, Marjakaj, Düring, Cristiani, Mlinaric und Imhof (alle verletzt).