Sprung an die Tabellenspitze

Bazenheid gewinnt das Toggenburger Derby knapp aber verdient mit 1:0. Den goldenen Treffer erzielte Cakir durch einen direkt verwandelten Freistoss. Während den Einheimischen der Sprung auf Platz 1 gelang, kann Wattwil Bunt den Abstieg mit sieben Punkten Rückstand zum rettenden Ufer kaum noch abwenden.

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Beat Lanzendorfer

Fussball. Als sich kurz vor der Halbzeitpause die Kunde verbreitete, Wil hätte in Winkeln überraschend verloren und Bazenheid mit einem Sieg die Tabellenspitze übernehmen könnte, war dies nicht unbedingt leistungsfördernd. Die Einheimischen waren zwar klar spielbestimmend, vor dem Tor taten sie sich aber sehr schwer. Bis zur Strafraumgrenze war das Treiben durchaus ansehnlich, dort, wo es weh tat, herrschte Flaute. Einzig eine Direktabnahme von Maksuti sowie eine von Puopolo waren zu verzeichnen. Erstere Strich über die Latte, die zweite ward eine Beute von Torhüter Nägeli. Ein weiterer Schuss von Maksuti brachte nichts Zählbares und als Yaman auf der Gegenseite seinen Knaller von der Latte abprallen sah, war auch dem letzten Anhänger der Einheimischen klar: Es wird erneut eine Knacknuss, auf eigenem Boden drei Punkte einzufahren.

Erlösung durch Cakir

Kurz nach dem Wechsel lenkte Nägeli einen Freistoss Cakirs über die Latte. Als Stadler dann nach 58 Minuten nur noch regelwidrig vom Ball getrennt werden konnte, nahm erneut Cakir Anlauf. Nun machte er es besser und zirkelte das Objekt der Begierde zum 1:0 ins Netz. Der Bann war gebrochen, Bazenheid hatte nach mehreren Anläufen die gut organisierte Wattwiler Abwehr geknackt. In der Folge boten sich mehrere Möglichkeiten, die Führung auszubauen und die vorzeitige Entscheidung herbeizuführen - es sollte beim knappen 1:0 bleiben. Im Gegenteil, die grösste Chance eröffnete sich auf der Gegenseite Yaman. Er nahm das Geschenk aber nicht an und stellte mit seinem viel zu harmlosen Abschlussversuch Torhüter Recine vor keine grösseren Probleme. Das wars, logisch war Bazenheid nach diesem knappen Erfolg überglücklich. Da erübrigte sich auch die Frage, ob der Unparteiische in der Schlussminute einen Penalty zugunsten des neuen Leaders hätte aussprechen müssen. Maksuti war von Nägeli von den Beinen geholt worden.

Stimmen zum Spiel

Dino De Luca, Trainer Wattwil Bunt: «Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat genau das umgesetzt, was ich von ihr verlangt habe. Wir wussten, dass Bazenheid eine sehr starke Mannschaft ist, das hat sie heute auch unter Beweis gestellt. Unsere Defensive stand gut, gegen so einen Gegner musst du halt immer damit rechnen, dass es hinten einmal einschlägt.» Heris Stefanachi, Trainer FC Bazenheid: «Ich könnte jetzt darüber debattieren, warum wir uns lange schwer taten und auch nach der Führung die Stabilität fehlte. Mache ich aber nicht. Wir freuen uns über den Sieg, geniessen den Moment, wir sind Tabellenführer, alles andere zählt nicht. Und spätestens ab nächster Woche sind wir die Gejagten.» Erfreulich dürfte aus Sicht der Bazenheider auch sein, dass Christoph Gebert nach längerer Verletzungspause erstmals wieder auf dem Platz stand, was dem Trainer auf der linken Aussenseite neue Möglichkeiten eröffnet.

Matchtelegramm:

FC Bazenheid – FC Wattwil Bunt 1:0 (0:0)

Sportplatz Ifang – 220 Zuschauer – SR Schmid – Tor: 58. Cakir 1:0.

FC Bazenheid: Recine; Prenrecaj, Läng, Schrepfer, Gebert; Ilciktay (60. Cristiani), Stadler, Schneider (71. Dodes), Cakir; Puopolo (46. Nesci), Maksuti.

FC Wattwil Bunt: Nägeli; Huremovic (89. Cristiani), Schneider, Quinter, Bollhalder; Thalmann (80. Imeri), Gavrilovic, Coppola, Marino; Yaman, Huber (33. Jusufi).

Verwarnungen: 45. Huremovic, 45. Maksuti, 86. Cakir, 88. Läng, 90. Bollhalder (alle Foul).

Bemerkung: Bazenheid ohne Marjakaj (abwesend), Ceka (Militär), Baumann, Elmazi und Atak (alle verletzt).